Aber bereits 1976 hat Brian O´Doherty in seinem wegweisenden Text „Inside the White Cube“ scharfzüngig konstatiert, dass man damit letztendlich auch den Menschen aus der Ausstellung verbannt hat.
In der perfekten, bis in die letzte Ecke ausgeleuchteten Ausstellung wird alles zum Ausstellungsstück, wie in einer Vitrine. Der Mensch in seiner Körperlichkeit fühlt sich hier schnell unangenehm, unsicher, fehl am Platz. Er ist in diesem Raum nicht integriert und empfindet sich als Störfaktor.
Im Gegensatz dazu bietet die Kyoto Bar einen architektonischen Raum, dessen Gleichgewicht von Großzügigkeit und klarer Gliederung Menschen und Dingen eine Form gibt, innerhalb der sie wie selbstverständlich miteinander in Kontakt kommen. Die räumlichen Bezüge spielen eine große Rolle und aktivieren ihrerseits die Bezüge zwischen Kunst und Betrachter. Der Betrachter kann den Kunstwerken so in seiner gesamten Persönlichkeit, mit all seinen Sinnen und nicht nur als einem Gegenüber, einem vis-à-vis, bei dem lediglich das Gesichtsfeld angesprochen wird, begegnen. Er erlebt die Werke im Zusammenhang mit ihrem Umfeld.
Ich habe diesen Umständen deshalb soviel Gewicht beigemessen, weil mir die interaktiven Komponenten zwischen Werk, Raum und dem Menschen gerade bei diesen speziellen Arbeiten von existentieller Bedeutung erscheinen. Sowohl die Bildhauerin Ruth Gilberger als auch der Maler Georg Gartz beschäftigen sich in ihren Werken mit der Verortung des Menschen in seinem Lebensumfeld, seinem Lebensraum.